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Norwegen Hareid 2011

Norwegen Hareid 2011
Du freust dich das ganze Jahr auf diesen Augenblick dass Du mit dem Auto um die Kurve kommst und „Dein“ Fjord liegt vor dir. Zumindest mir geht es so und ich denke auch einige von euch haben dieses Gefühl. Und jetzt, sitze ich hier am letzten Tag meines Angelurlaubs am Fenster gucke in den seit gestern eingesetzten Dauerregen und denke wo ist die Zeit geblieben. Mein zweiter Gedanke ärgert mich wenigstens genauso, warum hast Du dich abends nicht eine Viertelstunde hingesetzt und fix die Ereignisse und Fänge des Tages notiert jetzt muss Du Dir alles ins Gedächtnis rufen, obwohl es ja auch nicht schlecht ist den Urlaub noch einmal gedanklich durch zugehen.

Da fällt mir spontan der erste Tag ein an dem unser Vermieter mir gesagt hatte, dass es ein ganz schlechtes Jahr zum Fischen war und die Touristen die in den Hütten waren nicht viel gefangen haben. Mit einem Lachen sagte er dann ich denke die Fische haben auf Dich gewartet. Wir mussten allerdings mit der Ausfahrt bis mittags warten, weil wir unser Boot bei Hochwasser slippen wollten. Dann ging es aber endlich los, raus bis zum Fjordausgang, in 5 Minuten ein paar Makrelen gefangen um ab auf den Seehechtspot. Vaters und meine Montage wurden jeweils mit einer halben Makrele bestückt und ab ging es auf ca. 95m Wassertiefe. Es dauerte keine 2 Minuten da hatte Vater den ersten Seehecht an der Leine alles Fische zwischen 3kg und 10,5kg insgesamt 17 Stück innerhalb von ungefähr zweieinhalb Stunden. Unsere Naturködersysteme sind wirklich vom feinsten. Als wir in unseren Hafen einliefen wartete unser Vermieter Asle schon auf uns und als er die Kiste mit den Seehechten sah hatte er ein Lachen über das ganze Gesicht und meinte nur das verstehe ich nicht, es sind doch wie die anderen gesagt haben keine Fische hier. Dann kam noch die Frage was wir am darauf folgenden Tag fangen wollen und ich sagte morgen ist der Leng an der Reihe. Ein gelungener erster Angeltag.


Der zweite Tag fing an wie der erste, ein ausgedehntes Frühstück mit Rührei, Speck und frischem Brötchen. Die Ruten ins Boot gebracht und raus auf die Makrelenstelle die uns bis dato nicht im Stich gelassen hatte. Diesmal wurden wir überrascht keine Makrelen an unserer Köderstelle. Ich suchte die Wasseroberfläche die glatt wie ein Spiegel war ab und entdeckte in ca. 50m Entfernung einen Makrelenschwarm der sich an der Oberfläche tummelte. Ich gab dem Boot einen Schubs mit dem Motor und wir trieben mitten in den Schwarm der sich dann auch nicht lange bitten ließ. Die Köder waren besorgt und wir konnten eine unserer Lengstellen anfahren. Der Tag begann für mich rabenschwarz, Vater hatte bereits einen von 15kg da hatte ich noch nicht einen Biss zu verzeichnen. Er landete bereits den zweiten von ca. 11kg und nun kam auch bei mir endlich der ersehnte Biss. Ein guter Leng von 13kg hatte meine Makrele genommen. Vater setzte natürlich noch einen drauf und zog wenig später einen von 17kg aus dem Wasser. So kann es gehen insgesamt hatten wir 8 Lengs an Bord als wir heim fuhren und Asle uns wieder in Empfang nahm. Ich sagte nur das verstehe ich nicht, hier gibt’s doch gar keine Fische. Mit einem lauten Lachen verabschiedeten wir uns und ich sagte noch dass wir am nächsten Tag versuchen werden Rotbarsche zu fangen.


Ja der Rotbarsch, der hat es uns wirklich angetan, hat man endlich mal einen Spot gefunden können auch gute Fänge verzeichnet werden. Leider gibt es bei unserem gestachelten Freund einiges zu beachten, zumindest habe ich diese Erfahrungen gemacht. Ab einer Wassertiefe von ca. 140m (so ist es in unserem Gebiet) ist der große Rote anzutreffen. Unter dieser Marke läuft da nichts dann ist noch die Frage zu klären in welcher Tiefe steht er genau, 5m über Grund oder auch mal 30m hier ist suchen angesagt. Ein weiteres Kriterium ist dann noch die Strömung in Form von Ebbe und Flut und natürlich die vom Wind beeinflusste Drift. Beides sollte minimal sein, die besten Ergebnisse hatten wir wenn wir ca. 1km/h Drift hatten also ganz gemächlich über unseren Spott trieben und Ebbe bzw. Flut den Höchst-/Tiefstand hatten. Lange Rede aber was ich eigentlich sagen wollte ist dass alles passte und wir einige schöne Gestachelte auf die Schuppen legen konnten. Der Beifang war auch nicht schlecht, Vater zog mal wieder einen Leng von 18kg aus dem kühlen Nass und einige Seelachse konnten unseren zu Dreiecken geschnittenen Makrelenfetzen auch nicht wiederstehen. Unser dritter Angeltag war auch ein voller Erfolg. Sagenhaft wie ich vom Thema abschweife während ich gerade auf der Color Magic in der Observation Lounge sitze und ein lecker Bierchen genieße.



Ich möchte hier nicht wie die Jahre zuvor jeden Tag einzeln aufführen, vieles wiederholt sich. Erwähnenswert ist auf jeden Fall, dass wir auf Ansage gefischt haben. Bis auf einen Tag hat es geklappt, an diesem Tag wollten wir auch dem Rotbarsch nachstellen leider machte uns der Wind einen Strich durch die Rechnung. Ab dem fünften Tag fingen wir schon für unseren Vermieter und dessen Familie und suchten uns nur noch die Fische raus die wir wirklich haben wollten. Nach zwei weiteren Tagen mit viel Seehecht, Seelachs und Schellfisch war nun auch die Truhe von Else und Asle gefüllt. Asle sagte dann noch einmal mit einem Lachen sagtest du nicht hier gibt’s keine Fische. Als Dankeschön wurden wir zum Essen eingeladen, es gab Klippfisch. In einer Auflaufform geschichtet mit Speck, Zwiebeln, Kartoffelpüree und Käse überbacken……………HMMMMMMMMMMMM ich musste dreimal Nachschlag nehmen, perfekt.

Unsere Quote fast erfüllt, Else und Asles Truhe voll und noch 5 volle Angeltage für einen Vollblutfischer wie mich der Supergau. Hilferuf an Vigdis eine gute Bekannte die wir auch in den letzten Jahren kennen gelernt hatten. Der Lichtblick, Vigdis und ihre Mutter hätten sehr gerne Fisch, so konnte es weitergehen auf Seehecht, Leng, Schellfisch und Seelachs. Simultan dazu fingen wir für uns weiter Rotbarsch. Morgens fuhr ich mit Vater raus, und wir bekamen wieder ein paar schöne Rotbarsche nebst einen Leng, Seelachs und ein paar Schellfische. Am Nachmittag juckte es mich so in den Fingern dass ich noch eine weitere Ausfahrt allein unternahm. Ich war gerade draußen als der Wind ein wenig auffrischte und sich ein paar Wolken vor die Sonne schoben, ich dachte noch an den Vortag an dem Vater eine recht großen Fisch verloren hatte. Ein Ring seiner Rute war defekt und so wurde an der Stelle die Schnur durchgescheuert. Da wir in den letzten Jahren schon eine Menge großer Leng gefangen haben würde ich sagen dass der Fisch wenigstens um die 20kg gelegen haben musste. Genau wie eben an diesem besagten Vortag war die Wetterlage. Meine Montage ging Richtung Grund, Wassertiefe um die 150m. Das Blei tippte auf den Grund, biss. Der erste Leng war um 10kg. Weitere folgten, dann endlich ein größerer um die 1,50m. Der Wind frischte noch etwas mehr aus und ich entschied mich für eine letzte Drift mit Driftsack und dann wollte ich reinfahren. Ich hatte noch zwei Makrelen, eine Köderte ich ganz an am unteren Haken einen filetierte ich und hängte am oberen Haken ein Filet ein. Ich setzte das auf die Kante von Boot ein letztes Mal um genau auf die Tiefenlinie von 150m auf 165m. Driftsack raus, Montage zum Grund, biss, Anschlag, keine allzu starke Gegenwehr ich hob die Rute gerade an als die Spitze der Yad Highlander sich tief verneigte und die Bremse meiner Rolle kreischend um Gnade flehte. Auch ich führe Selbstgespräche und das erste was mir über die Lippen kam war :“ Ach du Sch….. was ist das denn.“ Erst mal gut zwei Minuten Flucht ohne Stopp, sollte der kleine doch größer sein? Mein Monolog ging weiter mit Sätzen wie:“ Hoffentlich sitzt der Haken vernünftig, oder: Warum habe ich keine neue Montage benutzt die ist schließlich schon seit 9 Tagen im Einsatz und hat einige Zähne der Tiefseeräuber abbekommen. Dann: Bleib ruhig, immer ruhig pumpen nie in die Attacke ziehen, wenn er Schnur will soll er Schnur bekommen usw.. Nach etwas über einer halben Stunde und ein paar schönen Fluchten durchbrachen 2 Lengs die Wasseroberfläche in ca. 20m Entfernung. Auf den Ersten Blick na ja, als sie dann näher ans Boot kamen dachte ich meinen Augen nicht zu trauen. Der Kleine hatte ca. 1,20m der etwas größere 1,78m. Meine Anspannung entlud sich in einem Freudenschrei der nach OODINNNNNN klang und über den Fjord halte. Als ich den Riesen und seinen kleineren Bruder im Boot hatte ging es Richtung Heimathafen. Ich denke man hat mir schon angesehen das ich mit einem besonderen Fisch nach Hause komme und ich lies es mir nicht nehmen die Geschichte 3 mal zu erzählen.



Die restlichen Tage vergingen wie im Fluge ich konnte mit der leichten Spinnrute noch einige schöne Polaks fangen und die Freuden des Drills an leichtem Gerät genießen. Die Jigpointer-Twister erwiesen sich dabei als sehr fängig und werden immer wieder mit nach Norwegen dürfen.
Ruck zuck bist du wieder zu Hause und denkst wo ist die Zeit geblieben. Aber nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, die Planung für 2012 läuft und die Vorfreude werde ich genießen.
Ich wünsche euch alles Gute und viel Petri Heil
Matthias




Hareid 2008